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Eine Therapie mit Tränenersatzmitteln bessert meist unmittelbar die Trockenheit und Reizung der Augen.

Zusätzlich ist es natürlich sinnvoll, vorbeugend austrocknende Risikofaktoren (Bildschirmarbeit, Zugluft, trockene Raumluft, Kontaktlinsen etc.) zu meiden und für eine ausreichende Trinkmenge, gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf zu sorgen … wie dies auf der vorhergehende Seite beschrieben wurde.

Eine gleichzeitige regelmässige Physikalische Lidrand-Therapie (mit Wärmung, Massage und Reinigung der Augenlider) ist wichtig, um die Funktion von Augenlid und Meibomdrüsen zu verbessern, die sehr wichtig sind für die Gesundheit des Auges.

In Wässrigen Tränenersatzmitteln (“Wassertropfen“) ist Wasser gebunden

Eine Störung des Tränenfilms, bzw. einer seiner 3 Schichten, ist typischerweise mit einem Wassermangel verbunden. Wässrige Tränenersatzmittel dienen zum Ersatz von Wassermangel im Tränenfilm und sind daher eine Basistherapie beim Trockenen Auge.

Zu Wassermangel kommt es entweder, wenn die Tränendrüse zu wenig wässrige Tränen bildet, oder wenn das Tränenwasser zu schnell von der Augenoberfläche in die Umgebungsluft verdunstet. Eine Minderproduktion von wässrigen Tränen und ein Mangel an Schleimstoffen, die in der untersten Schicht den Wasserfilm an das Auge binden, sind beide selten.

Tränenmangel durch Verdunstung ist, nach momentanem Stand der Wissenschaft, der häufigste Fall (bei etwa 4/5 der Patienten) und meist bedingt durch einen Ölmangel bei Störung der Meibomdrüsen in den Augenlidern.

Je dickflüssiger/ visköser ein Tränenersatzmittel ist, desto länger schützt es das Auge

Damit das durch Tränenersatzmittel ´ersetzte´ Wasser länger an der Augenoberfläche bleibt, und nicht gleich wieder verdunstet oder einfach über den Lidrand auf die Wangen abläuft, muss es gebunden werden. Je dickflüssiger/ hochvisköser das Tränenersatzmittel ist, desto höher/ länger ist seine Verweildauer auf dem Auge, d.h. umso besser kann es das Auge schützen. Bindungsmittel für Wasser in Tränenersatzmitteln sind verschiedene Arten von meist grossen Molekülen.

Hyaluronäure ist ein häufiges Wasserbindungsmittel in Augentropfen

In wässrigen Tränenersatzmitteln ist Wasser (H2O) gebunden an grosse wasserbindende Moleküle - oft Hyaluronsäure (HA) - damit es länger an der Augenoberfläche verbleibt und sie schützt.

Ein häufig verwendetes Wasser-Bindungsmittel in Augentropfen ist heute Hyaluronsäure.

Hyaluronsäure ist ein wichtiges körpereigenes Molekül. Es dient in allen Geweben zur Wasserbindung und vermindert z.B. in Gelenken auch die Reibung. Im Glaskörper des Auges wird das Wasser ebenfalls durch Hyaluronsäure gebunden.

Weitere Wasser-bindende Moleküle sind z.B. Zellulose, ein wichtiger Pflanzen Baustoff, und hochmolekulare Alkohole. Beide werden schon einige Jahrzehnte in Augentropfen verwendet.

Verschiedene Wasser-bindende Stoffe können aber auch kombiniert werden in Augentropfen - anbei eine Übersicht über einige verbreitete Wasser-bindende Stoffe.

Wässrige Tränenersatzmittel (“Wassertropfen“/ “Künstliche Tränen”) ergänzen den Tränenfilm und befeuchten das Auge

Bei mangelnder Wasserproduktion der Tränendrüse

  • Beim seltenen primären Tränenmangel durch Störung der Produktion in der Tränendrüse liegt unmittelbar eine verminderte Menge der wässrigen Tränen vor. Dies kann durch einen Schirmer-Tränentest leicht festgestellt werden.

  • Wässrige Tränenersatzmittel können den Wassermangel vorübergehend bessern - allerdings immer nur bis der zugegebene Tropfen wieder von der Augenoberfläche verschwunden ist durch Verdunstung oder Abtransport in die Nase.

Bei Störung der Öl-Drüsen mit erhöhter Wasser Verdunstung

  • Weit häufiger ist ein Mangel von Öl auf dem Tränenfilm durch Störung der Meibomdrüsen in den Augenlidern. Eine verdünnte Öl-Schicht auf dem Tränenfilm kann bildlich dargestellt und vermessen werden (Interferometrie). Bei einem Ölmangel kommt es zu erhöhter Verdunstung mit nachfolgendem sekundären Mangel wässriger Tränen zusätzlich zum ursprünglichen Ölmangel. Bei Ölmangel tritt oft zuerst ein Brennen der Augen auf, durch eine stellenweise erhöhte Osmolarität bei Verdunstung des Tränenwassers.

  • Hier fehlt dann also effektiv sowohl Wasser wie auch Öl. Ein reiner Ersatz von Wasser kann immer nur von kurzem Nutzen sein, da es ohne einen Ersatz von Öl immer wieder schnell verdunstet. Dennoch ist auch ein Ersatz von Wasser nötig zur schnellen Verbesserung der `Schmierung´ zwischen Augenlid und Augapfel und damit zur Verminderung der schädlichen Reibung, die die Augenoberfläche schädigt.

Bei feuchten Augen und vermehrtem Tränenfluss durch Augenreizung

  • Auch für Augen, die wegen eines Reizzustandes verstärkt tränen und dadurch ständiges Tränenträufeln haben, sind wässrige Tränenersatzmittel meist nützlich. Denn die ´Reiztränen´ bestehen überwiegend aus reinem Wasser und haben wenig schützende und reibungs-vermindernde Inhaltsstoffe.

  • In Augentropfen wird Wasser an Hyaluronsäure oder andere Stoffe gebunden und hat dadurch eine bessere ´Schmierwirkung´ und einen längeren Aufenthalt auf dem Auge. Achtung: Bei Tränenträufeln sollte grundsätzlich ein Augenarzt aufgesucht werden, um eine Verstopfung der ableitenden Tränenwege und eine Störung der Lidfunktion durch Formveränderungen der Augenlider auszuschliessen.

Konservierungsmittel & Stabilisierungsstoffe … besser nicht

  • Grundsätzlich sollten alle Tränenersatzmittel, wie auch Augentropfen generell, frei von Konservierungsmitteln sein, da diese die empfindlichen Zellen der Augenoberfläche schädigen können. Einige Menschen können sogar eine ausgesprochene Unverträglichkeit gegen Konservierungsmittel haben und reagieren dann mit starker Rötung des Auges und der Lider. Es gibt allerdings eine grosse Zahl verschiedener Konservierungsmittel, die unterschiedlich stark schädigen.

  • Kleine Einmaldosis (EDO) Behälter oder grössere Sterildispenser-Fläschchen, die einzelne Tropfen steril abgeben ohne Konservierungsmittel, sind daher zu bevorzugen. Aber - Achtung - auch heute noch sind nicht alle Augentropfen, die in kleinen Fläschchen angeboten werden, frei von Konservierungsmitteln.

  • Auch andere Zusatzstoffe in Augentropfen können Probleme bereiten. Phosphat wird gelegentlich Augentropfen zugegeben um den pH Wert einzustellen. Es hat sich gezeigt, das vor allem bei häufiger täglicher Benutzung und bei vorgeschädigter Hornhaut solcher Augentropfen, irreversible Kalkablagerungen in der Hornhaut entstehen können. Daher können beim Trockenen Auge Präparate von Vorteil sein, die auch frei von Phosphat sind. Allerdings ist auch die Menge von Phosphat in den Tropfen wichtig und es gibt Augentropfen in denen zusätzlich ein anderes Salz (Citrat) in den Tropfen gelöst. Citrat bindet das Phosphat und kann seine Ablagerung auf dem Auge vermindern.

Tränenersatzmitteln für unterschiedliche Funktionen

  • Dünnflüssige Tropfen werden tagsüber gegeben, mindestens alle 2 Stunden oder sogar stündlich.

  • Dickflüsiges Gel wird meist über Nacht gegeben und schützt die Augenoberfläche oft die ganze Nacht über. Bei sehr schwerem Trockenen Auge kann dickflüssiges Gel auch tagsüber gegeben werden, was aber vielen Patienten unangenehm ist, da die Sicht (meist nur vorübergehend) etwas ´verschleiert´ wird.

  • Verschiedene wässrige Augentropfen enthalten Zusatzstoffe mit besonderen Wirkungen, von denen man sich einen Zusatznutzen versprechen kann gegenüber einer reinen verbesserten Anfeuchtung und reduzierten Reibung auf der Augenoberfläche.

  • Ein Ersatz von Lipiden/ Öl erscheint sinnvoll, da ein Ölmangel der Tränen durch Störung der Meibomdrüsen in den Augenlidern die häufigste Ursache für ein Trockenes Auge ist. Ein Ölersatz ist natürlich immer nur die zweitbeste Lösung gegenüber einer regelmässigen Physikalischen Lidrand-Therapie, mit dem Ziel die Funktion der Meibomdrüsen wieder zu verbessern. Ölersatz/ Ölergänzung kann in verschiedener Form erfolgen:

    • in wässrigen Tränenersatzmitteln mit Ölzusatz

    • als reines Öl/ Lipid, meist als Liposomenspray, das die Funktion hat, bei noch ausreichenden eigenen Tränen, die vorzeitige Verdunstung zu vermeiden

    • als Öl-Ersatzstoffe, die sich mit der Ölschicht auf dem Tränenfilm verbinden, bzw. diese ergänzen sollen

Welches Tränenersatzmittel ist das BESTE für mein Auge ?

Dies ist eine verständliche, naheliegende und oft gestellte Frage … aber sie ist nicht so einfach zu beantworten, da nicht jedes Trockene Auge gleich ist - dies kann man erkennen, wenn man die verschiedenen Krankheits-Faktoren beim Trockenen Auge betrachtet. Eine gründliche augenärztliche Untersuchung kann die individuellen Krankheitsfaktoren und die aussichtsreichsten Therapie-Optionen ermitteln.

Allgemein:

Studien zeigen, dass eine gute Wahl meist ein dünnflüssiger Tränentropfen ist, tagsüber mindestens alle 2 Stunden, und ein dickflüssiges Gel zur Nacht. Die unterschiedlichen Präparate werden von verschiedenen Menschen unterschiedlich gut vertragen und daher kann es sinnvoll sein Einiges zu probieren bis etwas gut Verträgliches gefunden ist. - Da aber wässrige Tränenersatzmittel ausser Wasser meist keine besonderen Wirkstoffe enthalten, können sie nur dann für Besserung sorgen, wenn man sie ausreichend häufig gibt und auch über Nacht durch ein Gel für ausreichende Befeuchtung sorgt !

Bei starkem Ölmangel

Bei starkem Lipidmangel und/ oder bei geringem Erfolg einer regelmässigen Physikalischen Lidrand-Therapie (mit Wärmung, Lidmassage und Lidrandhygiene) der Meibomdrüsen Verstopfung ist, nach Studien, ein Lipidhaltiges wässriges Tränenersatzmittel, zum kombinierten Ersatz von fehlendem Wasser und Öl, oder auch ein Liposomenspray, zum reinen Öl-Ersatz, oft eine gute Wahl. Das Spray lässt sich ausserdem einfach anwenden, da es auf das geschlossene Auge gesprüht wird.

Besondere Zusatzstoffe

Bei Bedarf kann es sinnvoll sein, ein Tränenersatzmittel mit besonderen Zusatzstoffen zu verwenden, um ggf. verbesserte Wirkungen zu erzielen. Näheres dazu finden Sie auf den entsprechenden Seiten.


Übersicht TRÄNEN-ERSATZMITTEL und andere Augentropfen

 

Alle Tränenersatzmittel, die hier ausgewählt und vorgestellt werden, sind frei von Konservierungsmittel, - ausser ggf. einzelner Augensalben und wenn ein bestimmter Typ von Tränenersatzmittel nur in einer Formulierung mit Konservierungsmittel verfügbar ist.